Erklärung zum sog. „Gendern“ in eigenen Veröffentlichungen

Das Gendern ist in „Mode“ gekommen. Die Regeln des Dudens werden nicht korrekt angewandt. Unser Institut will ein Zeichen setzen.

Beschuss

Die Mitgliedervollversammlung am 30. Oktober 2021 fasst mit sechs Stimmen, ohne Gegenstimmen bei drei Enthaltungen auf Antrag des Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats folgenden Beschluss:

In eigenen Veröffentlichungen, insbesondere in der mündlichen Kommunikation (Vorträge, Interviews, Schulungen, Weiterbildungen und Seminare) werden künftig sowohl die männliche als auch die weibliche Form ausgeschrieben bzw. genannt oder die geschlechtsneutrale Form verwendet. Wo beides in schriftlicher Form (print und digital) nicht möglich ist, wird ausschließlich die amtlich geregelte Kurzform der Doppelnennung mit Schräg- und Ergänzungsstrich genutzt.

Wie kam es zu dieser Beschlussfassung?

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats erklärt in der Mitgliedervollversammlung, dass ihm in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Fehlern bei Veröffentlichungen des Vereins in Bezug auf geschlechtergerechte Personenbezeichnungen aufgefallen sind.

Er regt eine auch nach außen hin vertretbare Beschlussfassung zu einer vereinsinternen Regelung an, da das „Gendern“, derzeit in „Mode“ gekommen, ein gesellschaftlich intensiv, teils kontrovers, vor allem emotional aufgeladen diskutiertes Thema ist. Dies zeigte sich dann auch bei der Diskussion der Mitglieder in der Vollversammlung.

Bei allem Verständnis für die – in einigen Teilen nachvollziehbaren – Gründe, die dem „modern“ gewordenem Gendern als Steigbügel für den Einzug in die Deutsche Sprache dienen (sollen), können dadurch die Regeln der Deutschen Rechtschreibung – wie sie im „Duden“ festgeschrieben sind, NICHT außer Kraft gesetzt werden.

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats (Detlef Petereit) weist darauf hin, dass wir uns mit unseren Veröffentlichungen vielfach an Eltern und insbesondere Lehrerinnen und Lehrer wenden. Hier gibt es vor allem durch den Einfluss der Printmedien und des Fernsehens (namentlich sei hier als negatives Beispiel das ZDF genannt), die sich leider viel zu oft einer laxen Umgangssprache bedienen, eine große Verunsicherung, begleitet von vielfältigsten Varianten der Nennung und Schreibweisen beim „Gendern“, die nicht dem amtlichen Regelwerk für die Deutsche Rechtschreibung (Duden) entsprechen. Er kritisiert, dass die Schulleitungen, aber auch die Deutschlehrer, zu wenig Einfluss auf eine korrekte Schreibweise (auch gegenüber Fachlehrern – ja selbst den Schulbüchern) nehmen, die Vorbildwirkung der Lehrerinnen und Lehrer in diesem Punkt verloren geht, bereits gegangen ist oder sogar missbraucht wird und den Schülerinnen und Schüler nicht die amtlich korrekte Anwendung des „Genderns“ in Wort und (vor allem) Schrift vermittelt (wird).

Eine solche Fehlentwicklung in der Gesellschaft sollte von unserem Verein nicht unterstützt werden. Daher erfolgte der Antrag für diesen Beschluss.


Ein Beispiel: „Lehrerfortbildung“ ist ein ein ursprünglich feststehender Begriff, den man mit Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung umschreiben kann/sollte – so viel Zeit muss man sich einfach nehmen, wenn man tatsächlich  so großen Wert auf das Gendern legt.

Ausdrücklich NICHT vom amtlichen Regelwerk (Duden) abgedeckt sind

Die schriftliche Kurzform der Doppelnennung wird den amtlichen Regeln im Duden folgend mit Schrägstrich und Ergänzungsstrich [vgl. § 98 (2)] gebildet,
also z.B. Schüler/-innen, Lehrer/-innen

Von den nach § 86 ebenfalls möglichen Klammern wird – in Übereinstimmung mit Empfehlungen des Dudens selbst  ausdrücklich abgeraten:
als nicht mehr Schüler(innen)/Lehrer(innen).

Wortpaare, bei denen sich ein Vokal ändert, werden grundsätzlich nicht verkürzt geschrieben,
z.B. Arzt/Ärztin, Bauer/Bäuerin, Bischof/Bischöfin

 

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